Bandscheibenvorfall beim Hund (Diskopathie)
Nicht nur beim Dackel, auch bei anderen Hunden tritt die im Volksmund so genannte "Dackellähme" auf. Dabei kommt es zum Vorfall von einer Bandscheibe in den Wirbelkanal und damit zum Druck auf das Rückenmark. Aufgrund der langen Wirbelsäule sind Dackel besonders betroffen. Für die Symptome sind die Geschwindigkeit des Vorfalls, der Grad der Vorwölbung bzw. des Vorfalls, die Lokalisation (Hals-, Brust-, Lendenwirbelsäule) und letztendlich der Grad der Zerstörung des Rückenmarks ausschlaggebend.
Man unterscheidet insonderheit 2 Grade von Vorfällen sowie Vorfälle im Bereich der Halswirbelsäule
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Grad I, Unvollständiger Vorfall:
Die Bandscheibe ist nur mehr oder weniger stark vorgewölbt, der Bindegewebsring um sie herum aber noch intakt. Es wird lediglich ein Druck auf das Rückenmark ausgeübt. Dieser führt meist zu Schmerzen, die sehr stark sein können, seltener zu deutlichen Lähmungserscheinungen. Es kann allerdings bereits ein wankender Gang, aufgekrümmter Rücken, eventuell das Schleifenlassen einer oder beider Hintergliedmaßen gesehen werden. Das Standvermögen kann aber noch vorhanden sein. Dieses Bild kann in unterschiedlichen Abständen immer wieder auftreten und geht meist einem vollständigen Vorfall voraus. -
Grad II, Vollständiger Vorfall:
Der Bindegewebsring um die Bandscheibe ist gerissen, das Bandscheibenmaterial ist in den Wirbelkanal vorgefallen und hat dieses verdrängt bzw. zerstört. Die Symptome können in leichteren Fällen denen von Grad I ähneln, meist sind sie jedoch schwerwiegender. Je nach Lokalisation des Vorfalls kommt es zu Lähmungserscheinungen im Bereich der Hinter- und eventuell auch der Vordergliedmaßen. Im häufigsten und typischen Fall des Krankheitsbildes hat der Hund eine so genannten "hundesitzige Stellung". Der Patient kann nicht mehr laufen, da aufgrund der vollständigen Lähmung die Hinterbeine nicht mehr kontrolliert bewegt werden können. Der Hund "sitzt" und schleift beim Versuch des Laufens die Beine hinterher.
Therapie:
Für die Wahl der Therapie ist der Grad der Erkrankung entscheidend. Allerdings gibt es viele Grenz- und Ausnahmefälle.
Grad I : Als Richtlinie kann gelten, dass Grad I fast immer medikamentell, mit Ruhe!!!! und Bewegungseinschränkung (Leinenzwang, Brustgeschirr!!), Verbot zu springen und Treppen zu laufen, behandelbar ist. Entzündungshemmende Präparate, manchmal auch muskelentspannende werden gegeben, um den Druck auf das Rückenmark zu vermindern. Vorsicht ist geboten bei schmerzlindernden Medikamenten. Mit dem Schmerz wird auch der natürliche Schutzmechanismus des Tieres, sich nicht falsch zu bewegen, genommen. Bei plötzlicher Schmerzfreiheit besteht also die Gefahr,einen kompletten Vorfall zu provozieren.
Grad II: Auch viele Fälle von Grad II können mit den oben genannten Maßnahmen wieder gesund werden. Bei kompletten Vorfällen und vollständiger Lähmung kann jedoch eine Operation Erfolg versprechender sein. Erfolgt eine Behandlung, muss man sehr geduldig sein, da es Wochen bis zur Genesung dauern kann